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Offene Deklaration bei Hundefutter: Was bedeutet das wirklich?
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Offene Deklaration bei Hundefutter: Was bedeutet das wirklich?

Geschlossene vs. offene Deklaration, versteckte Zutaten und warum Prozentangaben so wichtig sind. Der komplette Guide für kritische Hundehalter.

Wissen·15. Mai 2026·12 Min. Lesezeit

Kauf dir einen beliebigen Beutel Hundefutter aus dem Supermarkt. Dreh ihn um und lies die Zutatenliste. Was siehst du? Wahrscheinlich etwas wie: „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (min. 4 % Rind), Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle und Fette, Mineralstoffe." Diese Angaben sind legal — aber sie sagen dir praktisch nichts darüber, was dein Hund wirklich frisst. Genau hier kommt die offene Deklaration ins Spiel.

Was ist überhaupt eine Deklaration?

Die Deklaration (gesetzlich: „Zusammensetzung") ist die Auflistung aller Zutaten eines Futtermittels. Sie ist durch die EU-Futtermittel-Kennzeichnungsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 767/2009) geregelt und auf jedem Hundefutter Pflicht. Aber: Das Gesetz schreibt vor, was angegeben werden muss — nicht wie genau.

Und genau diese Lücke nutzen viele Hersteller aus.

Geschlossene Deklaration: Was dahintersteckt

Die geschlossene Deklaration ist der Standard bei Großhändlern und Discountern. Zutaten werden in Kategorien zusammengefasst:

  • „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" — gesetzliche Definition: alle verarbeiteten tierischen Teile, die für den menschlichen Verzehr nicht verwendet werden. Das umfasst neben Muskelfleisch auch Lungen, Mägen, Federn, Schnäbel, Hufe, Haare und Klauen.
  • „Getreide" — Weizen, Mais, Gerste oder Reismehl? Alles möglich, nichts angegeben.
  • „Pflanzliche Nebenerzeugnisse" — Pressrückstände aus der Ölgewinnung, Schalen, Stängel.
  • „Öle und Fette" — Palmöl, Billigfette oder hochwertiges Lachsöl? Unbekannt.

Das „u.a. 4 % Rind"-Trick

Der Satz „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4 % Rind)" ist besonders trügerisch. Er bedeutet: Von der gesamten Ration ist mindestens 4 % definiert als Rindfleisch. Der Rest der „Fleisch"-Kategorie? Unklar. Und die 4 % beziehen sich auf die Gesamtzusammensetzung — bei einem Futter mit 30 % „Fleischanteil" sind also nur 4 Prozentpunkte wirklich Rind. Alles andere könnte Abfallprodukte sein.

Warum deklarieren Hersteller nicht offen?

Die ehrliche Antwort: Weil eine vollständige Offenlegung die Zusammensetzung für Verbraucher einordbar machen würde — und die würden dann erschrecken. Wenn ein Futter nur 4 % Fleisch enthält und der Rest Getreide-Nebenerzeugnisse sind, klingt „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4 % Rind)" deutlich besser als die nackte Wahrheit.

Ein zweiter Grund: Geschlossene Deklaration gibt Herstellern Flexibilität bei den Rohstoffen. Ist Huhn gerade teuer, wird auf Truthahn oder Pansen umgestellt — ohne Kennzeichnungspflicht. Das optimiert die Produktionskosten, macht aber die Zusammensetzung für Allergiker unberechenbar.

Offene Deklaration: Was sie leistet

Bei einer offenen Deklaration wird jede Zutat namentlich aufgeführt — idealerweise mit Prozentangabe. Ein Beispiel aus unserem Sortiment:

Bio-Muskelfleisch vom Huhn (52 %), Bio-Kartoffelflocken (18 %), Bio-Karotte (12 %), Bio-Erbsen (8 %), Bio-Hühnerherzen (5 %), Bio-Lachsöl (3 %), Mineralstoffmischung (2 %)

Was du sofort erkennen kannst: - Das Hauptprotein ist Huhn — kein Sammelname - Der Fleischanteil beträgt 57 % (Muskelfleisch + Herzen) - Keine Getreide, keine Nebenerzeugnisse - Alle Öle und Mineralien sind transparent

Offene Deklaration bei Allergien

Für Hunde mit Nahrungsmittelallergien ist offene Deklaration keine Komfortoption — sie ist eine medizinische Notwendigkeit. Nur wenn jede Zutat einzeln aufgeführt ist, kannst du zuverlässig sicherstellen, dass der identifizierte Auslöser nicht enthalten ist. Bei geschlossener Deklaration ist das unmöglich.

Worauf du beim Etikettlesen achten solltest

1. Reihenfolge der Zutaten

Das EU-Recht schreibt vor: Zutaten werden in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils vor der Verarbeitung aufgelistet. Die erste Zutat ist also die mengenmäßig größte.

Achtung: Bei Trockenfutter wird das Gewicht vor der Trocknung berechnet. Frischfleisch enthält 70–80 % Wasser — nach dem Trocknen ist es viel weniger. „Frischfleisch vom Huhn (40 %)" klingt nach viel, aber nach dem Trocknen sind es vielleicht nur 10 % des tatsächlichen Endprodukts. Mehle wie „Hühnermehl (30 %)" sind bereits getrocknet — 30 % Trockenmehl entspricht tatsächlich einem hohen Anteil im Endprodukt.

2. Das Splitting-Trick erkennen

Hersteller teilen manchmal eine Zutat in mehrere Unter-Zutaten auf, um ihre Position in der Liste zu verbessern. Beispiel: „Mais (10 %), Maiskleber (8 %), Maismehl (7 %)." Einzeln klingt jeder Wert unproblematisch — zusammen ist Mais mit 25 % die Hauptzutat.

3. Mineralstoff-Transparenz

Einige Futter deklarieren „Mineralstoffe" ohne weitere Angaben. Bessere Hersteller führen auf: Calciumcarbonat, Dicalciumphosphat, Natriumchlorid, etc. — mit Mengenangaben. Das ist wichtig für Hunde mit Nieren- oder Knochenproblemen.

Der BabaFuchs-Standard

Bei BabaFuchs haben wir uns verpflichtet, ausnahmslos offen zu deklarieren — jede Sorte, jede Charge. Das bedeutet: Jede einzelne Zutat mit Namen und Prozentanteil. Keine Sammelbegriffe. Keine Überraschungen bei Rezepturwechseln. Du weißt immer, was in deinem Napf landet.

Schau dir unsere Produkte an — die vollständige Deklaration ist immer auf der Produktseite und auf der Verpackung abgedruckt.

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